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10 Jahre im Rausch: Davy über K0KS-Konsum, fünf Tage ohne Schlaf und seinen Ausstieg | Auf Augenhöhe
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10 Jahre im Rausch: Davy über K0KS-Konsum, fünf Tage ohne Schlaf und seinen Ausstieg | Auf Augenhöhe

Burak Caniperk

7 chapters7 takeaways12 key terms5 questions

Overview

In dieser Folge von 'Auf Augenhöhe' spricht Host Burak mit Davey, der über seine zehnjährige Kokainabhängigkeit berichtet. Davey schildert, wie er bis zu fünf Tage am Stück ohne Schlaf konsumierte, wie sich sein Leben durch die Sucht veränderte und wie er den Ausstieg schaffte. Er thematisiert die Entstehung seiner Sucht im Kontext seiner Jugend, familiärer Prägungen und des Versuchs, eine Fassade der Stärke aufzubauen. Die Gespräche drehen sich um die Mechanismen der Sucht, die sozialen Aspekte des Konsums, die Rolle von Freunden und Familie sowie die Bedeutung von Therapie und Selbstreflexion. Davey teilt seine Erfahrungen, um anderen Mut zu machen und Bewusstsein für das Thema Sucht zu schaffen.

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Chapters

  • Davey entwickelte ein 'Alter Ego', um eine unnahbare Fassade aufzubauen und seine sensible, nach innen gekehrte Persönlichkeit zu verbergen.
  • Durch Kokain und Alkohol entstand ein 'harter', aggressiver und lauter Typ, der als Treibstoff für diese Rolle diente.
  • Die Sucht begann nach dem Ende seiner Modelkarriere, als er eine Scheinwelt erschuf, während die Realität (Rechnungen) ihn einholte.
  • In der Gastronomie fand er einen Arbeitsplatz, wo Konsum geduldet wurde, was die Verbindung von Arbeit und Sucht ermöglichte.
Dieses Kapitel erklärt, wie äußere Umstände und innere Unsicherheiten zur Entwicklung einer Sucht und zur Schaffung einer falschen Identität führen können, um mit diesen umzugehen.
Davey beschreibt, wie er sich vor der Arbeit mit Alkohol und Kokain 'fit' machte, um die Schicht zu bewältigen und danach noch weiter zu konsumieren, was zu 4-5 Tagen ohne Schlaf führte.
  • Der Konsum war kein reiner Spaß mehr, sondern diente der Funktionalität: länger wach bleiben, Alkohol besser vertragen und negative Gefühle verdrängen.
  • Kokain wurde als 'Medizin' genutzt, um Stress zu bewältigen, leistungsfähiger zu sein und im Arbeitskontext mit Gästen besser umzugehen.
  • Die Beschaffung lief über ein gut ausgebautes Netzwerk, teilweise auf Kommission, was einer normalen Geschäftsbeziehung ähnelte.
  • Davey konnte zwischen verschiedenen Qualitäten von Kokain unterscheiden, wobei reineres Zeug entspannter wirkte.
Dieses Kapitel beleuchtet, wie Suchtmittel zweckentfremdet werden, um Leistungsdruck und persönliche Unsicherheiten zu kompensieren, und wie sich die Beschaffung in den Alltag integriert.
Davey berichtet, dass er anfangs mindestens 1 Gramm Kokain pro Tag konsumierte, allein um den Abend zu beginnen, da das erste halbe Gramm bereits vor der Arbeit konsumiert wurde.
  • Daveys Vater prägte ihn mit einem starken Männlichkeitsbild, was ihn dazu brachte, seine sensible Seite zu unterdrücken und Selbstbewusstsein aufzubauen.
  • Nach der Trennung der Eltern und dem Umzug in den Osten (Halle) entwickelte er eine Härte, um in seinem Umfeld nicht als Opfer dazustehen.
  • Er begann mit 14/15 Jahren mit Alkohol und Cannabis, entdeckte aber erst mit 18/19 Jahren durch Amphetamine die 'Funktionalität' von Drogen.
  • Der Tod seines Vaters mit 27 Jahren war ein finaler Schlag, der ihn aus der Bahn warf und zu einer emotionalen Abschottung führte.
Dieses Kapitel zeigt auf, wie frühe Lebenserfahrungen, familiäre Erziehungsmuster und der Verlust von Bezugspersonen die Anfälligkeit für Sucht und die Entwicklung von Bewältigungsstrategien beeinflussen können.
Davey erklärt, dass er von seinem Vater das Bild übernahm, dass Männer keine Schwäche zeigen dürfen, keine Schuld auf sich nehmen und unfehlbar seien, was er in seinem Leben fortführte.
  • Die Rückkehr nach Berlin als gelernter Grafiker verlief schwierig, da er kein soziales Umfeld hatte und sich in der Stadt zunächst verloren fühlte.
  • Er erlebte viele 'Bedarfsfreundschaften', besonders im Konsum- und Gastronomiekontext, die nach dem Ende des Konsums oder der gemeinsamen Aktivität endeten.
  • Kokain wurde in Berlin um 2013/14 herum durch Homepartys und After-Hours interessant, besonders die Möglichkeit, es nach Hause zu bestellen.
  • Der Wendepunkt war, als eine kleine Konsumeinheit nur noch für ihn allein reichte und er begann, alleine zu Hause zu konsumieren.
Dieses Kapitel verdeutlicht, wie die Suche nach Zugehörigkeit und Anerkennung in einem neuen Umfeld, gepaart mit der Verfügbarkeit von Substanzen, zu einer Eskalation der Sucht führen kann.
Davey beschreibt, wie er sich nach dem Verlust seines Vaters und Großvaters in einer Phase der Kompensation viel mit Ecstasy, Amphetaminen und Alkohol beschäftigte, bevor Kokain hinzukam.
  • Davey verlor seine Wohnung, vernachlässigte Korrespondenz und lebte im Minus, da er Angst vor den Konsequenzen hatte und sich nicht mitteilen wollte.
  • Er zog bei seiner damaligen Partnerin ein, ohne ihr seine Probleme zu offenbaren, was schließlich zu ihrer Trennung führte.
  • Während des Corona-Lockdowns lebte er in einer Bürowohnung und erkannte, dass sein Leben zusammenbrach und er etwas tun musste.
  • Er finanzierte seinen Konsum durch Vorschüsse vom Arbeitgeber, Kredite und zeitweises Verkaufen von Drogen, was er aber selbst konsumierte.
Dieses Kapitel zeigt die verheerenden praktischen und sozialen Folgen einer fortgeschrittenen Sucht, die bis zum Verlust von Wohnung und Vertrauen reichen.
Er gesteht, dass er mehrfach in die Kasse seines Arbeitgebers gegriffen hat, was schließlich dazu führte, dass sein bester Freund ihn zur Therapie zwang.
  • Sein bester Freund und Arbeitgeber setzte ihn unter Druck, sich um einen Therapieplatz zu kümmern, da er ihn sonst hätte entlassen müssen.
  • Er war zu dieser Zeit extrem abgemagert (ca. 60 kg) und sah gesundheitlich sehr schlecht aus, was selbst in der Haftbefehl-Doku thematisiert wurde.
  • Die Haftbefehl-Doku löste starke Emotionen aus, da er sich mit den Darstellungen von Schmerz, Nasenbluten und inneren Kämpfen identifizierte.
  • Er entschied sich, sich selbstständig in eine geschlossene Einrichtung einweisen zu lassen, nachdem er eine Notlage erkannte.
Dieses Kapitel betont die entscheidende Rolle von Unterstützung durch Freunde und die eigene Erkenntnis der Notwendigkeit von Hilfe als Katalysatoren für den Beginn des Genesungsprozesses.
Ein entscheidender Moment war, als seine Mutter nach einem Jahr Funkstille vor der Tür stand und er ihr alles gestand, woraufhin sie ihm anbot, ihm zu helfen, wenn er seine Angelegenheiten regelt.
  • Die Therapie half ihm, die Erkenntnis zu gewinnen, dass er ein Problem hat und nicht mehr ohne Substanzen funktionieren kann.
  • Er lernte, seine Gefühle zu benennen und zu verarbeiten, anstatt sie zu unterdrücken oder mit Drogen zu bekämpfen.
  • Gesichtstattoos dienten anfangs als Schutzpanzer und zur Abschreckung, sind aber heute Teil seiner Identität, die er annimmt.
  • Durch seine Geschichte und seine ehrliche Art wird er in Schulen als Drogenpräventionsbeauftragter eingesetzt und findet dort Resonanz bei Schülern.
Dieses Kapitel beleuchtet den Heilungsprozess, der durch Therapie, Selbstakzeptanz und die Umwandlung negativer Erfahrungen in positive Handlungen wie Präventionsarbeit gekennzeichnet ist.
Davey berichtet, dass die Schüler von seiner Geschichte und seiner direkten Art stark abgeholt werden, da sie eine nahbare und echte Person erleben, die ihre eigenen Erfahrungen teilt.

Key takeaways

  1. 1Die Entwicklung einer Sucht ist oft ein komplexer Prozess, der durch frühe Prägungen, Verlustängste und den Wunsch nach einer starken Fassade begünstigt wird.
  2. 2Substanzen werden häufig nicht nur zum Vergnügen, sondern auch zur Kompensation von Stress, Leistungsdruck und zur Verdrängung negativer Gefühle eingesetzt.
  3. 3Die Beschaffung von Drogen kann sich im Alltag so normalisieren, dass sie einer alltäglichen Besorgung gleicht, was die Gefahr der Eskalation erhöht.
  4. 4Der Verlust von Bezugspersonen und einschneidende Lebensereignisse können Auslöser für eine Verschlimmerung der Sucht sein, wenn keine gesunden Bewältigungsmechanismen vorhanden sind.
  5. 5Unterstützung durch Freunde und die eigene Erkenntnis der Notwendigkeit von Hilfe sind entscheidende Schritte auf dem Weg aus der Sucht.
  6. 6Therapie und Selbstreflexion sind essenziell, um die psychischen Ursachen der Sucht zu verstehen, Gefühle zuzulassen und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
  7. 7Die Umwandlung persönlicher Erfahrungen in positive Handlungen, wie Suchtprävention, kann sowohl für den Betroffenen als auch für andere heilsam sein.

Key terms

KokainkonsumSuchtAlter EgoFassadeGastronomieFunktionalitätBeschaffungJugendprägungMännlichkeitsbildTherapieSelbstreflexionDrogenprävention

Test your understanding

  1. 1Wie hat Davey die Entwicklung eines 'Alter Ego' beschrieben und welche Rolle spielte dabei der Kokainkonsum?
  2. 2Welche Funktion erfüllte Kokain für Davey im Arbeitskontext und im persönlichen Leben, abgesehen vom reinen Genuss?
  3. 3Welche prägenden Erfahrungen aus seiner Jugend und Familie nennt Davey als mögliche Ursachen für seine spätere Suchtentwicklung?
  4. 4Wie hat sich Daveys Konsumverhalten im Laufe der Zeit verändert, insbesondere nach seinem Umzug nach Berlin und der Möglichkeit, Drogen zu bestellen?
  5. 5Welche Rolle spielten Freunde und Familie in Daveys Weg aus der Sucht, und welche spezifischen Momente führten zu seiner Entscheidung, Hilfe zu suchen?

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